Das richtige Harz für jede Anforderung

Mit der Auswahl des geeigneten Harzes und Härters treffen wir die erste wichtige Entscheidung für das optimale GFK-System. Unsere Kriterien sind das Medium – welche Beständigkeit ist gefragt? –, die Einsatztemperatur sowie lokale Betriebsparameter. Die genauen Angaben zu den Beständigkeiten der verschiedenen Harzsysteme finden Sie auf unserer Beständigkeitsliste.

Dies ist ein Überblick über die Harz-Gruppen, die wir am häufigsten einsetzen:

Isophthalsäure – niedrige Chemiebeständigkeit

Für Kühlwasser und ähnliche Anwendungen sind GFK-Rohre und -Behälter aus Isophthalsäureharze ideal. Sie sind besonders wirtschaftlich, wenn niedrige Anforderungen an die chemische Beständigkeit gestellt sind. Die Temperaturbeständigkeit liegt bei bis zu 80 Grad Celsius.

Das Prinzip: Die Vernetzung von Harz und Härter geschieht in einer Lösung von Monomeren – solange Monomere vorhanden sind. Der Übergang in die räumlich vernetzte Form wird durch Katalysatoren (z.B. Peroxide) chemisch initiiert.

Vinylesterharze – chemiebeständiger Standard

Bisphenol-A-Vinylesterharze wie Derakane 411 sind die Standardharze im Bereich des Rohrleitungsbaus und der Behälterfertigung. Wir kombinieren hier hohe Beständigkeit gegen viele Medien (Säuren, Laugen, Bleichmittel und Lösungsmittel) mit guter Verarbeitbarkeit.

Wir bei Fiberpipe setzen Vinylesterharzrohre bis zu einer Temperatur von 95 Grad Celsius ein. Sollen Gase durchgeleitet werden, sind auch höhere Temperaturen möglich (siehe auch unsere Beständigkeitsliste).

Das Prinzip: Vinylester, die in Styrol gelöst sind, härten durch Copolymerisation mit dem Lösungsmittel vernetzend aus. Diese endständige Vernetzung führt zu schwingungsfesten, zähharten Produkten.

Novolake – hohe Temperaturen und Chemieresistenz

Novolak-Vinylesterharze, wie etwa Derakane 470, sind ausgelegt für eine maximale thermische und chemische Beständigkeit. Sie sind besonders für den Einsatz im Kontakt mit Lösungsmitteln, Säuren und oxidierenden Substanzen – wie z.B. Chlorgas – geeignet.

Durch ihre gute Zähigkeit bei hohen Temperaturen bis zu 170 Grad Celsius haben sie sich zudem in Rauchgasanwendungen ausgezeichnet bewährt.

Das Prinzip: Auch Novolak-Vinylester, gelöst in Styrol, härten durch Copolymerisation mit dem Lösungsmittel vernetzend aus.

Epoxidharze – maximal beständig und hoch temperaturfest

Die Verarbeitung unserer Kombination ist hoch anspruchsvoll, so sind Harz und Härter beispielsweise auf eine bestimmte Temperatur vorzuheizen. Wir verarbeiten Bisphenol-A-Epichlorhydrin-Epoxidharz mit so genannter aromatischer Amin-Härtung.

Mit genau dieser Kombination erzielen wir die beste Beständigkeit gegen eine Vielzahl von Säuren, Laugen, Lösungsmitteln oder Ölen und Ölprodukten. Durch den hohen Vernetzungsgrad und das sehr dichte Molekülgitter sind unsere Epoxidharzrohre und -behälter zudem bei deutlich höheren Temperaturen auch für flüssige Medien einsetzbar.

Bis 130 Grad Celsius sind möglich (weitere Details finden Sie auch hierzu auf der Beständigkeitsliste.)

Das Prinzip: Die Reaktionsmittel werden durch eine Polyadditionsreaktion in das Molekülgitter eingebaut. Anders als bei den Polyester- oder Vinylesterharzen achten wir hier darauf, das stöchiometrische Äquivalent genau einzuhalten. So erzielen wir höchste Güte und Beständigkeit.